Festplatten-Gesundheitscheck: Festplattenausfall rechtzeitig erkennen

HDDLife ist ein Festplatten-Gesundheitscheck-Tool, das die S.M.A.R.T.-Daten Ihrer Festplatte liest und Ihnen zeigt, wie viel Lebensdauer noch bleibt, damit Sie rechtzeitig sichern und tauschen können.

Ein Festplattenausfall kündigt sich selten mit einem eindeutigen Signal an. Die Festplatte piept nicht, das Dateisystem weist nicht auf das Problem hin, und wenn Windows einen Fehler meldet, ist der Schaden meist schon entstanden. HDDLife liest die interne Selbstdiagnose des Laufwerks aus und wandelt die Werte in einen verständlichen Status um, auf den Sie reagieren können, bevor Dateien verloren gehen.

Was eine Festplatten-Gesundheitsprüfung anzeigt

Wenn HDDLife startet, liest es die S.M.A.R.T.-Attribute aus, die das Laufwerk über sich selbst speichert, und fasst sie in einigen wenigen Werten zusammen, auf die es ankommt.

  • Neuzugeordnete Sektoren (Reallocated sectors), deren Anzahl steigt, wenn die Festplatte beschädigte Blöcke durch Reserveblöcke ersetzen muss
  • Aktuell ausstehende Sektoren (Current pending sectors), also Blöcke, die das Laufwerk als verdächtig markiert, aber noch nicht ersetzt hat
  • Temperatur, da Hitze die Lebensdauer von Lagern und Schreib-/Leseköpfen verkürzt
  • Betriebsstunden und Ladezyklen, das tatsächliche Alter des Laufwerks in klaren Zahlen

Ein Ampelsystem befindet sich im Hauptfenster: grün, solange die Werte normal aussehen, gelb, wenn etwas aus dem Rahmen fällt, rot, sobald das Laufwerk kurz vor dem Ausfall steht.

Wie HDDLife eine Festplatte überprüft

HDDLife liest S.M.A.R.T. direkt aus der Firmware des Laufwerks aus – ohne zusätzliche Treiber und ohne zeitaufwendigen Scan. Es läuft im Hintergrund und aktualisiert die Messwerte während des Betriebs der Festplatte, sodass Sie den aktuellen Zustand sehen und nicht nur eine Momentaufnahme des letzten Tests.

  • JustNow™ berechnet die verbleibende Lebensdauer direkt aus den eigenen Zählern des Laufwerks, sodass Sie nicht wochenlang Daten sammeln müssen, bevor Sie ein Ergebnis erhalten.
  • Temperaturwarnungen benachrichtigen Sie, wenn das Laufwerk das zulässige Maximum überschreitet – was besonders für Laufwerke in engen Gehäusen ohne aktive Kühlung wichtig ist.

Die S.M.A.R.T.-Werte, die man im Auge behalten sollte

Festplattenhersteller benennen die Attribute zwar etwas unterschiedlich, aber eine Handvoll Zähler spricht eine eindeutige Sprache.

  • Neuzugeordnete Sektoren (Reallocated sector count) gibt die Anzahl der fehlerhaften Blöcke an, die der Controller bereits ausgetauscht hat. Eine stabile Null ist in Ordnung. Ein Wert, der zwischen zwei Messungen steigt, bedeutet, dass die Oberfläche schneller als gewöhnlich Sektoren verliert.
  • Aktuell ausstehende Sektoren (Current pending sector count) erfasst Blöcke, die das Laufwerk beim Lesen als verdächtig eingestuft, aber noch nicht als fehlerhaft markiert hat. Ein Wert, der nach einem erneuten Schreibvorgang wieder auf Null fällt, ist meist harmlos. Ein Wert, der hoch bleibt oder beim nächsten Durchlauf zu einem neuzugeordneten Sektor wird, ist eine Warnung.
  • Offline nicht korrigierbare und gemeldete nicht korrigierbare Fehler (Offline uncorrectable and reported uncorrectable errors) zeichnen Lesevorgänge auf, die der Controller überhaupt nicht beheben konnte. Jeder Wert ungleich Null bedeutet, dass das Laufwerk einen dauerhaften Schaden verbirgt.

Temperatur über dem zulässigen Maximum verkürzt die Lebensdauer des Motors und der Schreib-/Leseköpfe schneller als alles andere auf dieser Liste. Die meisten Festplatten für Endverbraucher sind im Betrieb für 40–55 °C ausgelegt; dauerhafte Werte darüber kosten Sie Monate an Lebensdauer.

Wann Sie ein Backup erstellen und das Laufwerk austauschen sollten

Planen Sie ein vollständiges Backup und suchen Sie nach einem Ersatz, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:

  • Neuzugeordnete Sektoren, deren Anzahl zwischen zwei Messungen ansteigt
  • Ein aktuell ausstehender Sektorwert (Current pending sector count), der hoch bleibt oder nach einem erneuten Schreiben immer wieder zurückkehrt
  • Jeder Fehlerwert ungleich Null bei nicht korrigierbaren Offline-Fehlern oder gemeldeten nicht korrigierbaren Fehlern
  • Temperatur unter gewöhnlicher Last über dem vom Hersteller angegebenen Maximum
  • Merkwürdige Geräusche: Klicken, Schleifen oder wenn das Laufwerk von selbst herunterfährt und wieder anläuft

Diese Anzeichen treten in der Regel Tage oder Wochen vor dem eigentlichen Ausfall des Laufwerks auf – genau das Zeitfenster, das eine Gesundheitsprüfung eröffnen soll.

Festplatten-Lebensdauer, in einfachen Worten

Eine Festplatte hat keinen einzelnen „TBW“-Wert wie eine SSD. Ihre Lebensdauer wird durch drei mechanische Grenzen bestimmt: Betriebsstunden, Lade- und Entladezyklen sowie die vom Hersteller für das Modell angegebene jährliche Ausfallrate (AFR).

Eine typische Festplatte für Endverbraucher ist für rund 50 000 Betriebsstunden und 300 000 Ladezyklen ausgelegt. Halten Sie sie kühl, überlebt sie in der Regel die Garantiezeit. Betreiben Sie sie heiß in einem Laptop, der ständig transportiert wird, verschleißen Lager und Schreib-/Leseköpfe früher.

So oder so sagen die Fehlerzähler und die Temperatur mehr über den tatsächlichen Zustand des Laufwerks aus als jedes Datenblatt. HDDLife zeigt diese Werte in einem einzigen Fenster an, sodass der nächste Ausfall genau der ist, den Sie eingeplant haben – und nicht einer, der Sie an einem Dienstagnachmittag überrascht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wenn Sie auch SSDs überwachen

HDDLife deckt beide Arten von Laufwerken ab. Die SSD-Seite, einschließlich Verschleiß, TBW und verbleibender Lebensdauer, hat eine eigene Seite: SSD-Gesundheitsprüfung

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